Archiv für Deep Sky

Albireo und der Herkuleshaufen M 13

Posted in astronomie with tags , , , on Juli 14, 2010 by Marco Weser

Letzte Nacht habe ich mir mal wieder den Luxus gegönnt und mich mit meinem 8″ Newton auf dem Balkon postiert.

Da die Unwettermeldungen mal wieder für die Füße waren, dachte ich mir, dann machen wir was sinnvolles draus und musste erkennen, wieviel man doch verlernt, wenn man nicht regelmäßig am Teleskop sitzt und trainiert.

Aber die Mühe hat sich mal wieder gelohnt. Zu Beginn stattete ich noch wärend der späten Dämmerung Albireo (Beta Cygni) einen Besuch ab. Albireo ist als ein sehr schöner Doppelstern, der sich bereits im Feldstecher oder im Sucher trennen lässt, immer ein lohnendes Ziel, vor allem, wenn man die schöne Farbgebung betrachtet, die sich von dem seichten Blau seines Begleiters Beta 2 Cygni und dem Gelb, das der Hauptstern selbst ausstrahlt.

Als es dunkler wurde, zeigte sich Albireo eingebettet in ein schönes Sternenfeld, dass leider auf der Skizze nicht vollständig abgebildet ist. Die meisten Sterne waren aufgrund der Dämmerung noch nicht klar sichtbar und haben somit nicht auf die Skizze gefunden.

Bei der weiteren Durchmusterung des Himmels wurde meine Aufmerksamkeit auf das Sternbild Herkules gelenkt und da war doch auch was???

Mit etwas Geduld und einigen Minuten der Suche wurden die Mühe und die Nackenschmerzen, die ich mir aufgrund der hohen Stellung nahe des Zenits eingefangen habe, mit einem Blick auf einen wunderschönen Kugelsternhaufen belohnt.

M 13, der Herkuleshaufen, erschien zuerst als kleiner Nebelfleck im Sucher und dann gut aufgelöst im Okular. Hier machte sich der Mangel an Training bemerkbar. Ich konnte anfangs nicht sagen, ob sich der Kugelsternhaufen auflösen lässt, oder ob er sogar im 8″ Newton nur als Nebelscheibe sichtbar bleibt. Nach einigen Minuten des indirekten Sehens und langsamen Steigern der Vergrößerung wurden aber mehr und mehr Sterne deutlich abgrenzbar und es entfaltete sich ein wunderschönes Bild vom M 13.

Der Versuch einer Skizze erwies sich als sehr anstrengend und kompliziert. M 13 war in diesem Fall der erste Kugelsternhaufen, den ich versuchte zu skizzieren und ich denke, das sieht man;)

Zwischen nebligem Erscheinen und der vielzahl an Sternen, die sich zum Zentrum hin verdichtet, wusste ich zuerst garnicht, wo ich anfangen sollte und begann einfach damit, markante Konstellationen, die mir ins Auge gesprungen sind, festzuhalten.

Einige Sterne tauchten auf, andere verschwanden wieder und machten mir das Ganze nicht gerade einfacher, auch das indirekte Sehen half mir ohne die nötige Routine nicht viel weiter, aber es kann ja nur besser werden!

Beim weiteren Spaziergang über den Nachthimmel stolperte ich förmlich über M 12, eine ebenfalls sehr eindrucksvollen Sternhaufen im Sternbild Schlangenträger.

Leider hatte ich aber alle Konzentration schon auf das Zeichnen und erkennen von M 13 verschossen und bei M 12 reichte es bei mir nurnoch, um sich für ca. eine Zigarettenlänge damit zu beschäftigen, bis ich deutlich die Müdigkeit der angestrengten Augen z uspüren bekam.

Aber im Großen und Ganzen war das mal wieder eine sehr schöne Nacht im heimischen Gartenobservatorium;)

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M42, der Orionnebel im 8″ Newton

Posted in astronomie with tags , , on Februar 27, 2010 by Marco Weser

Die Tage habe ich endlich mal eine schöne Lücke in der Wolkendecke entdeckt und mir zum ersten mal mit dem 200/1000 Celestron Newton den Orionnebel bei klarer Sicht ohne Siff am Himmel ansehen können.

Bisher kenne ich den Anblick nur durch ein 6″ und 3″ Teleskop. Im 6″ war es schon möglich, 4 Sterne im Zentrum des Nebels aufzulösen. Im 8″ stellte sich da gar kein Problem. Auch die Konturen des Nebels und ein leicht grünes Schimmern in der Färbung waren gut zu erkennen. Die einzelnen Filamente des Nebels waren bei indirektem Sehen etwa in Form einer Taube ohne Kopf erkennbar.

Ein kurzer Abstecher bei Sirius musste dann auch nochmal sein, der ist bei jeder Öffnung immer einen Blick wert!

Ich habe auch versucht, eine Skizze des Nebels anzufertigen und muss mal sehen, ob ich mir die Mühe mache, meine ersten Skizzierten Gehversuche hier zur Schau zu stellen;)

Jetzt bleibt nurnoch hoffen, dass das Wetter bald wieder mitspielt und man wieder öfter staunen kann!

M57, der Ringnebel in der Leier

Posted in astronomie with tags , , on Juni 29, 2009 by Marco Weser

Letzte Nacht habe ich mich mal wieder mit meinem kleinen Skylux in den Garten verkrümmelt und wollte mal wieder auf den Mond reisen, der sehr schön in dunklem Gelb knapp über dem Horizont stand. Leider hatte sich das erledigt, bis ich alles aufgebaut hatte. So, und was nun? Ein Stern erregte meine Aufmerksamkeit und meinem Gedächtnis nach zu urteilen, hätte es Saturn sein können. Ich bin nur nicht dazu gekommen, das nachzuprüfen, da ich den Gedanken über einen anderen recht schnell vergaß. Ich habe erst einige interessante Artikel über planetarische Nebel gelesen und dachte mir, suche doch einfach mal das Sternbild Leier nach dem Ringnebel ab. Dieser soll angeblich auch für kleinere Teleskope sichtbar sein und tatsächlich, bei 33facher Vergrößerung war schon ein kleines nebliges Scheibchen im Refraktor zu erkennen, dass sich deutlich zum Hintergrund und den umgebenden Sternen abhog.

Das Bild habe ich von Markus Braun und Arthur Weber gemopst, da es, wenn auch etwas detailreicher, ganz gut den Anblick von gestern spiegelt.

Das Bild habe ich von Markus Braun und Arthur Weber "gemopst", da es, wenn auch etwas detailreicher, ganz gut den Anblick von gestern spiegelt.

Bei einer Vergrößerung um ca. 100x empfand ich es als sehr anstrengend, den Nebel noch warzunehmen, konnte aber in ein paar lichten Momenten sogar eine leichte Abdunklung im Zentrum des Nebels ausmachen. Zumindest bilde ich mir ein, ich hätte die Abdunklung gesehen, genau kann ich das nicht sagen, da ein 70/700 Refraktor einfach nicht das richtige Instrument ist, um detailreiche Bilder von planetarischen Nebeln zu bekommen. Aber man sieht ja auch gerne, was man sehen will;)

Das oben gezeigte Bild von Markus Braun und Arthur Weber zeigt in etwa den Eindruck, den ich gestern vom Ringnebel M57 hatte, auch wenn ich ihn natürlich nicht so gut aufgelöst bekommen habe.